Die Entscheidung für die Ehe für alle ist keine Entscheidung wie jede andere. Sie ist eine Entscheidung für Respekt, Würde und Identität. Wenn man jemanden liebt und sich zu jemandem bekennen möchte, muss das uneingeschränkt möglich sein. Die SPD-Bundestagsfraktion hat auch in dieser Legislaturperiode dafür gekämpft, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Es ist nicht einzusehen, dass zwei Menschen, die füreinander Verantwortung übernehmen wollen, nicht heiraten dürfen. Die Blockade von CDU/CSU hat dies bislang verhindert. Jeder Versuch, im Koalitionsausschuss das Thema auf die Tagesordnung zu setzen, wurde von der Union verhindert – zuletzt im März 2017. Stets mit dem Hinweis, es gebe keinen weiteren Beratungsbedarf auf Seiten der CDU/CSU. Dank einer Kehrtwende der Bundeskanzlerin konnte die Abstimmung zur Ehe für alle als Gewissensentscheidung endlich freigeben werden. So konnte die Ehe für alle in dieser Woche auf der Grundlage eines Gesetzentwurfs des Bundesrates verabschiedet werden und die letzten rechtlichen Unterschiede zwischen heterosexuellen und homosexuellen Partnerschaften beseitigt werden. Fortschritt heißt für uns: die offene Gesellschaft festigen. Wir wollen echte Gleichstellung – unabhängig von Geschlecht, Religion, Hautfarbe, Herkunft und sexueller Orientierung. Wir schreiben keine Lebensmodelle vor, sondern unterstützen Menschen, so zu leben, wie sie es sich wünschen.