Hallo CDU – muss das wirklich sein?

Die Vorwürfe des CDU-Kreisvorsitzenden Günther Bergmann und des Klever CDU-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Gebing sind ziemlich haltlos. Der bereits im März 2017 mit der Karl-Kisters-Realschule vereinbarte Termin anlässlich der bundesweiten U18-Bundestagswahl am 15. September 2017 ist aufgrund mehrerer Punkte eben keine Wahlkampfveranstaltung: Erstens ist es eine „Probe-Wahl“ für junge Menschen, die noch kein Wahlrecht haben, weil sie unter 18 Jahre alt sind. Sie nehmen also nicht an der eigentlichen Bundestagswahl am 24. September teil. Vielmehr soll diese Veranstaltung allgemeines politisches Interesse wecken. Zweitens soll mein Gespräch mit der Schülerzeitung „Notenfrei“ und das Gespräch über die Wichtigkeit von Wahlen innerhalb einer Demokratie nach der U18-Wahl in der Realschule stattfinden. Selbst wenn ich es wollte, könnte ich also keinen Einfluss auf das Wahlergebnis nehmen. Außerdem erscheint die Schülerzeitung erst nach der Wahl. Abschließend noch eins: Seit über 20 Jahren empfange ich Schülergruppen im Deutschen Bundestag oder besuche sie in ihrer Schule vor Ort. Diese Termine kommen auf Wunsch der Schulen zustande. Auf diese Weise treffe ich alleine 1.500 Schülerinnen und Schülern pro Jahr. Allein in dieser Woche waren Kurse des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Kleve, des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums in Kevelaer, des Städtischen Gymnasiums Goch und gerade heute (07.09.17) Schülerinnen und Schüler der Karl-Kisters-Realschule zu einem Treffen mit mir in Berlin. In all diesen Gesprächen in der kürzeren oder längeren Vergangenheit habe ich immer zum Wählen aufgerufen, aber nie dazu, die SPD zu wählen. Das kann gerne im Gespräch mit den Lehrerinnen und Lehrern oder den Schülerinnen und Schülern erfragt werden. Die Christdemokraten sollten sich überlegen, auf welchem Rücken und zu welchen Lasten sie gerade mit hanebüchenen Vorwürfen selbst Wahlkampf machen. Engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die gerade mehr tun wollen, werden durch die Vorwürfe der CDU entmutigt. Das ist schäbig.