Wer heute eine Biogasanlage betreibt, musste sich in den vergangenen Jahren viel Kritik anhören: Die Herstellung von Biogas treibe die Nahrungsmittelpreise in die Höhe und aufgrund der oft langen Transportwege der Rohstoffe, die in den Anlagen vergoren werden, sei das Biogas auch längst nicht so „grün“, wie der Name vermuten ließe.

Auch Marlis Lamers, Geschäftsführerin des Unternehmens Bioenergie Altkalkar GmbH & Co. KG, weiß um die kritischen Haltungen gegenüber den Biogasanlagen und hat sich zum Ziel gesetzt, den Anlagen mit Transparenz und Dialogbereitschaft wieder zu einem besseren Ruf zu verhelfen. Auf ihre Einladung hin besuchte jetzt die Kreis Klever SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Hendricks die Biogasanlage, die Marlis Lamers zusammen mit ihren Mitgesell-schaftern betreibt. Auch Hendrik Keitlinghaus, Regionalgruppen-sprecher des Fachverbands Biogas e.V. in NRW, war zu dem Termin angereist.

Die Biogasanlage in Altkalkar wurde 2011 gebaut und stellt derzeit 560kW/h Strom zur Verfügung. Aufs Jahr gerechnet sind das rund 4,5 Mio. kW/h. Betrieben wird die Anlage ausschließlich mit heimischen Rohstoffen: „Lange Transportwege gibt es bei uns überhaupt nicht“, betont Marlis Lamers. „Alle Rohstoffe, die in unserer Biogasanlage vergoren werden – Gülle, Mist, Rüben, Mais und Grünroggen – stammen aus dem unmittelbaren Umland unserer Anlage.“

Den Vorwurf, die Nutzung von Mais und anderen Pflanzen für die Biogasgewinnung führe zu steigenden Futter- und Nahrungsmittel-preisen, relativierte Hendrik Keitlinghaus: Es sei sicher richtig, dass insbesondere der Mais für die Biogasgewinnung von großer Bedeutung sei. Entsprechend sei es notwendig, landwirtschaftliche Flächen für die Biogasgewinnung vorzuhalten, die andernfalls für die Futtergewinnung zur Verfügung stünden.

„Wir haben aber verschiedene Strategien entwickelt, um unseren Nutzflächenbedarf zu minimieren. So bauen wir über den Winter Grünroggen an, der bereits im Frühjahr geerntet werden kann. Über den Sommer können auf den Flächen dann andere Pflanzen kultiviert werden. Auch die Erfordernisse der Fruchtfolge greifen wir auf und sind mit verschiedenen Landwirten Kooperationen eingegangen. Alle Ackerflächen sind im Winter mit Grünroggen begrünt, was dem Bodenschutz und der Bodenqualität dient“, ergänzt Marlis Lamers. „Mit der Abwärme der Anlage wird zudem die von-Seydlitz-Kaserne in Kalkar beheizt. Dieses nachhaltige Wärmekonzept war in dieser Form eines der ersten in NRW.“

Barbara Hendricks lobte die Arbeit des Unternehmens als mustergültig und hob insbesondere die regionale Einbettung der Anlage hervor: „Nicht nur die Rohstoffe, mit denen die Biogasanlage gefüttert wird, stammen aus dem unmittelbaren Umfeld Kalkars. Auch für den Bau und die laufenden Wartungen der Anlage wird ausschließlich auf hiesige Unternehmen zurückgegriffen. Es ist aus meiner Sicht unverständlich, dass die hervorragende Arbeit des Unternehmens seitens der Stadt Kalkar keine rechte Aufmerksamkeit genießt.“