Die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde würde die finanzielle Situation von mehr als 32.000 Beschäftigten im Kreis Kleve verbessern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Pestel Institutes in Hannover im Auftrag von ver.di und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.
Demnach verdienten im Jahr 2011 8.883 Beschäftige im Kreis Kleve, die in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis beschäftigt waren, weniger als 6,50 Euro netto pro Stunde (dies entspricht in etwa einem Bruttostundenlohn von 8,50 Euro).

Im Bereich der Minijobs verdienten sogar 23.038 Menschen weniger als 8,50 € pro Stunde.
Somit würde sich die finanzielle Situation für mehr als 32.000 Bürgerinnen und Bürger im Kreis Kleve durch die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 Euro je Stunde, wie ihn die SPD in ihrem Regierungsprogramm fordert, zum Teil erheblich verbessern.
Der durchschnittliche Stundenlohn der fast 9000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen im Kreis Kleve, die weniger als 6,50 Euro netto je Stunde verdienen, liegt laut der Studie bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 37,7 Stunden gerade einmal bei 4,72 Euro.

„Ein Mensch, der in Vollzeit arbeitet und netto knapp 5 € je Stunde verdient, bekommt am Monatsende zwischen 700 und 750 Euro raus. Wie soll er davon leben können? Wer Vollzeit arbeitet muss einen anständigen Lohn bekommen, von dem er auch leben kann“, sagt Barbara Hendricks, Bundestagskandidatin der SPD im Kreis Kleve. Aber nicht nur für Beschäftigte in Vollzeit, sondern auch für zahlreiche Minijobber würde sich die finanzielle Situation deutlich verbessern.
Laut der Studie würde sich die Kaufkraft derjenigen Bürgerinnen und Bürgern, die vom Mindestlohn profitieren würden, um 2.227 Euro pro Jahr steigern. Insgesamt würde der Kreis Kleve eine Kaufkraftsteigerung von 71,3 Mio. Euro erfahren.

„Der Mindestlohn ist nicht nur sozial gerecht sondern auch wirtschaftlich absolut sinnvoll. Die Zahl der Aufstocker würde drastisch zurückgehen und die Kaufkraft erheblich steigen. Zugleich würden unfaire Dumpinglöhne nicht mehr vom Staat subventioniert. Das hilft auch allen anständigen Unternehmern“, erklärt Barbara Hendricks.