Gestern wurde bekannt, dass nun auch das ehemalige Truppenübungsgelände der Bundeswehr Kleve-Materborn zum Nationalen Naturerbe gehört. Die Bundeswehr, die vorher Einwände gegen die Pläne erhob, zeigte sich gegenüber Umweltministerin Barbara Hendricks einverstanden, die bundeseigenen Flächen der Natur zurückzugeben. „Mit dem Truppenübungsplatz Materborn und dem Bundeswehrdepot Herongen wurden gleich zwei ehemalige Bundeswehrstandorte im Kreis Kleve zum Nationalen Naturerbe erklärt“, freut sich Barbara Hendricks, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Kreis Kleve und zuständige Bundesumweltministerin.

Beschlossen wurden die neuen Flächen des Nationalen Naturerbes bereits letzte Woche im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages. „Künftig dürfen diese Flächen nicht mehr privatisiert werden. Wir geben sie stattdessen der Natur zurück“, unterstreicht Hendricks. Bei den Flächen handelt es sich zumeist um ehemalige militärisch genutzte Gebiete, die sich über Jahre zu Refugien für die Natur entwickeln konnten und somit von großem Wert für die biologische Vielfalt sind.

„Ich freue mich über die Entscheidung das ehemalige Truppenübungsgelände Materborn ins Nationale Naturerbe aufzunehmen. Das Gelände zwischen Materborn und Nütterden lädt schon jetzt als Naherholungsgebiet zu Spaziergängen ein“, sagt Hendricks. Das 103 Hektar große Areal wird von Nadelforsten und Laubmischwäldern eingerahmt. Hier finden sich Vorkommen verschiedener Magerkeitszeiger wie Ferkelkraut, Knollen-Hahnenfuß, Vogelfuß oder Gras-Sternmiere. Auch die Ufervegetation an den Stillgewässern ist von großer Bedeutung für den Naturschutz.

Eine Übersicht über alle Nationalen Naturerbeflächen bietet diese Karte auf der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit:

http://www.bmub.bund.de/themen/natur-arten/naturschutz-biologische-vielfalt/nationales-naturerbe/nationale-naturerbeflaechen-3-tranche/infografik-naturerbe-flaechen/