Der immer größer werdenden Bedrohung der Weltmeere und Küsten durch Abfälle – insbesondere hervorgerufen durch die nicht ordnungsgemäße Entsorgung von Plastikmüll – hat sich die Karl-Kisters-Realschule angenommen: Eine Ausstellung wurde diesem aktuellen Thema gewidmet, das uns alle in Zukunft beschäftigen wird. Barbara Hendricks hat die Ausstellung besucht.

Eindrucksvoll hat der 10er–Biologiekurs der Karl-Kisters-Realschule unter Leitung von Lehrerin Sabine Bötcher die Gefahren und die Folgen der Verschmutzung durch Abfälle aufgezeigt. „Müll, vor allem Plastik, ist eine große Gefahr für die Weltmeere“, erklärt Kevin Grote seinen jüngeren Mitschülern, die er durch die Plastikberge führt. „Es gibt schon Müllinseln auf den Ozeanen, die so groß sind wie ganz Europa.“ Die Ausstellung verdeutlicht auf eine spielerische Art und Weise wie Mensch und Umwelt unter den Auswirkungen des Plastikmülls zu leiden haben. Dabei nimmt das Thema „Mikroplastik“ eine besondere Rolle ein.

„Das Thema Mikroplastik haben wir als Problem erkannt“, sagte Barbara Hendricks, die sich die Ausstellung der Schüler gespannt anguckte. Die Unternehmen werden dazu aufgefordert, die Partikel aus ihren Produkten zu entfernen. „Wenn sie es nicht regeln, wird es früher oder später ein Gesetz dazu geben.“ Bei der Zahnpasta ist es schon gelungen. Hier haben die Hersteller das Mikroplastik aus ihren Produkten entfernt.
Beim späteren Rundgang durch die Ausstellung war sie beeindruckt von der Weitsichtigkeit der Schüler. Hendricks möchte diesen Ansatz, insbesondere bei jüngeren Kindern, verstärken und die Sensibilisierung vorantreiben. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Einführung des Pfandes auf Plastiktüten. So nutzen die Deutschen derzeit noch 70 Plastiktüten pro Jahr und Kopf, bis 2025 soll diese Zahl laut einer EU-Verordnung aber auf maximal 25 schrumpfen. „Im Vergleich zu Gesamteuropa mit durchschnittlich 190 Tüten pro Jahr und Person, stehen die Deutschen noch ganz gut da“, so die Abgeordnete.
Abschließend gaben die Schüler noch einige eigene Vorschläge und Tipps zur Minimierung von Müll im Alltag. „Am wichtigsten ist es, den Müll fachgerecht zu entsorgen“, sagt der 16-jährige Kevin. Außerdem sollte man darauf achten, keine Einweg-, sondern Mehrwegflaschen zu kaufen. Die gute „alte“ Jutetasche sollte wieder mehr in den Alltag der Deutschen einziehen und so eine „Renaissance“ erleben.