Der sechste Nationale Bildungsbericht, der im Juni erschienen ist, beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Bildungsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei wird deutlich, dass sich Bildungsbeteiligung und Bildungserfolge von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund angenähert haben. So besuchen mittlerweile prozentual doppelt so viele unter 3-jährige mit Migrationshintergrund eine Kindertageseinrichtung wie noch im Jahr 2009. Auch haben sich im Sekundarbereich die Kompetenzen von Schülern mit Migrationshintergrund wahrnehmbar ver-bessert. Dennoch sind die Unterschiede zu den Mitschülern ohne Migrationshintergrund weiterhin evident. So verlassen Jugendliche mit Migrationshintergrund die Schule immer noch doppelt so häufig ohne Abschluss und erreichen dreimal seltener die Hochschulreife. Diese Kompetenzunterschiede lassen sich laut Bericht nicht zuletzt auf den sozioökonomischen Status der betreffenden Schüler zurückführen. Deshalb mahnt der Bericht weitere sowie vor allem bereichsübergreifende Aktivitäten zur Entkopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg an. Mit Blick auf die Bildungsintegration der in den letzten Jahren zugewanderten Schutz- und Asylsuchenden beziffern die Autoren die notwendigen zusätzlichen Investitionen in Schule, Ausbildung und frühkindliche Erziehung auf etwa 3 Milliarden Euro.