Ziel des Gesetzes, das der Bundestag in dieser Woche beschlossen hat, ist eine gute und zeitgemäße Versorgung der gesetzlich Krankenversicherten mit Heil- und Hilfsmitteln. Dafür wird unter anderem der GKV-Spitzenverband verpflichtet, das Hilfsmittelverzeichnis grundlegend zu aktualisieren sowie eine Verfahrensordnung zu beschließen, mit der die Aktualität des Verzeichnisses auch zukünftig gewährleistet bleibt. Zudem sollen die Krankenkassen bei ihren Vergabeentscheidungen zukünftig neben dem Preis auch qualitative Anforderungen an die entsprechenden Produkte bzw. Dienstleistungen mit berücksichtigen, auch wenn diese über die Mindestanforderungen des Hilfsmittelverzeichnisses hinausgehen. Außerdem soll der Leistungsanspruch auf Sehhilfen für Versicherte mit einer schweren Sehbeeinträchtigung ausgeweitet und die Wundversorgung verbessert werden. Ebenso wird die Stellung der Physio- und Ergotherapeuten, sowie der Logopäden und Podologen im Gesundheitssystem aufgewertet. Um die Attraktivität der Therapieberufe zu steigern und den wachsenden Anforderungen an die Heilmittelerbringer gerecht zu werden, können die Krankenkassen und die Verbände der Heilmittelerbringer in den Jahren 2017 bis 2019 auch Vergütungsvereinbarungen oberhalb der Veränderungsrate abschließen. Diese Regelung ist zeitlich befristet, um zunächst ihre Auswirkungen überprüfen zu können. Auch führt das Gesetz ein Modellvorhaben zur sogenannten „Blankoverordnung“ ein. Dabei erfolgt die Verordnung eines Heilmittels weiter durch den Arzt. Über Auswahl, Ablauf und Dauer der Therapie entscheiden aber die Heilmittelerbringer. Auf Grundlage der Erfahrungen aus den Modellvorhaben soll anschließend entschieden werden, ob solche Blankoverordnungen auch für die Regelversorgung geeignet sind. Mit dem Gesetz wurden darüber hinaus zahlreiche weitere Änderungen jenseits der Heil- und Hilfsmittelversorgung beschlossen. So soll beispielsweise sichergestellt werden, dass die Berufserfahrung von Rettungsassistentinnen und -assistenten bei der Entscheidung über die Ausbildung nach dem Notfallsanitätergesetz weitergehend berücksichtigt werden kann. Mit einer Regelung zum Krankengeldanspruch zwischen Ende der Beschäftigung und dem Bezug von Arbeitslosengeld soll eine Versorgungslücke geschlossen werden, die derzeit wegen Sperrzeit oder Urlaubsabgeltung besteht.