Die Europäische Kommission verfolgt das Ziel, bis 2025 einen europäischen Bildungsraum zu errichten. Das Potenzial von Bildung und Kultur in Europa sollen ausgeschöpft werden, um soziale Gerechtigkeit, Beschäftigung und Wohlstand zu fördern. In einem gemeinsamen Antrag mit der Unionsfraktion haben wir im Bundestag diese Woche auf die derzeit laufenden Überlegungen der Kommission Bezug genommen. Wir sehen die Notwendigkeit, auch über die Grenzen der EU hinaus, Mobilität, Austausch Bildungsgerechtigkeit und Vergleichbarkeit von Bildungsleistungen zu fördern sowie Wissenschaftsfreiheit und institutionelle Autonomie zu sichern. Angesichts zwischenstaatlicher Konflikte in der europäischen Nachbarschaft können Austauschprogramme wie Erasmus+ und ein starker europäischer Bildungsraum dazu beitragen, Verständigung zu erzielen und Gräben zu überwinden.

Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, die Mittel für das Nachfolgeprogramm von Erasmus+ zu erhöhen und ausgewählte Partnerländer wie z.B. die Westbalkan-Länder vollumfänglich ins Programm aufzunehmen. Berufliche Bildung, lebenslanges Lernen und die Erwachsenenbildung sollten bewusster gefördert, im Ausland erworbene Berufsqualifikationen besser anerkannt und die Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung insgesamt im europäischen Bildungsraum erhöht werden. An die Bundesländer appellieren wir, die Entwicklung hin zu einem europäischen Bildungsraum aktiv zu begleiten und die Voraussetzungen für mehr Mobilität und Austausch zu schaffen.