Die Verabschiedung der „Weimarer Reichsverfassung“ war die Geburtsstunde der parlamentarischen Demokratie in Deutschland. Weimar steht deshalb wie kaum ein anderer Ort in Deutschland für unsere außergewöhnliche Entwicklung der Demokratie. Dennoch mündete die Weimarer Republik in die schlimmste Katastrophe des 20. Jahrhunderts, der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten, dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust. Aus diesem Grund ist eine intensive Beschäftigung mit der Weimarer Reichsverfassung einerseits und dem Scheitern der Weimarer Demokratie andererseits wertvoll, um die heutige Verfassung zu schützen und sich für freiheitliche Werteordnung unsere Gesellschaft einzusetzen.

Der Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD, den wir diese Woche im Bundestag beraten haben, begrüßt deshalb das vielfältige Angebot und Engagement zum 100-jährigen Jubiläum der Weimarer Reichsverfassung. Zudem fordert er die Bundesregierung auf, in Abstimmung mit den Ländern und im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel, die Tradition aus der Weimarer Reichsverfassung wieder aufzugreifen und jeder Schülerin und jedem Schüler zum Schulabschluss ein Grundgesetz in gedruckter Form auszuhändigen. Die Bundesregierung wird zudem aufgefordert, dem Deutschen Bundestag ein Förderkonzept für die Orte der Freiheit und der Demokratie in Deutschland vorzulegen und im Rahmen dieses Förderkonzepts Erinnerungsorte der Demokratie von gesamtstaatlicher Bedeutung künftig in die institutionelle Förderung des Bundes aufzunehmen.

Bild: © David Liuzzo [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)]