Gerade im ländlichen Raum ist es häufig nicht einfach, Kindern außerschulische Aktivitäten zu ermöglichen – wenn beispielsweise die nächstgelegene Musikschule viele Kilometer entfernt ist, hat dies häufig zur Folge, dass vielen Kindern das Erlernen eines Instruments nicht möglich ist.


Dem möchte Martha Seuken mit dem Projekt „Niers-Kendel macht Musik mobil: Musik kommt dir entgegen“ entgegenwirken. Mit ihrer Projektidee hat sie auch den Bundesmusikverband Chor & Orchester e.V. überzeugen können, der das Projekt im Rahmen des Programms „Musik vor Ort“ fördert. Damit ist es eins von nur 37 Projekten, die aus 800 Bewerbungen ausgewählt wurden.


Nun hat sich Barbara Hendricks, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Kreis Kleve, mit Martha Seuken zum Gespräch getroffen, um mehr über das Vorhaben zu erfahren. Das Ziel des Projekts ist es, fachkundigen Instrumentalunterricht vor die Haustür der Kinder zu bringen, konkret an den Ort, an dem Kinder sich ohnehin aufhalten: in die Grundschule oder die unmittelbare Umgebung. So wird z.B. den Schülerinnen und Schülern der dritten und vierten Klassen der Niers-Kendel-Grundschule die Möglichkeit gegeben, nach dem Unterricht in den Räumlichkeiten der Grundschule ein Instrument zu lernen. Für die Eltern entfällt somit der Aufwand, die Fahrt zur Musikschule organisieren zu müssen; zudem soll der Instrumentalunterricht im Projektzeitraum zunächst weitgehend kostenlos sein.


„Musikunterricht ist häufig teuer und gerade auf dem Land schwierig zu organisieren. Insbesondere Kindern aus nicht so gut betuchten Familien bleibt es daher häufig verwehrt, ein Instrument zu lernen. Es ist traurig, dass deshalb so viele Talente unentdeckt bleiben. Hier soll das Projekt ansetzen“, erläutert die pensionierte Musiklehrerin, die bis zu ihrem Ruhestand am Konrad-Adenauer-Gymnasium in Kleve unterrichtet hat und heute noch stundenweise in der Grundschule in Asperden und Kessel Musikunterricht gibt.


Martha Seuken hat bereits viele qualifizierte Instrumentallehrerinnen und –lehrer gefunden, die bei dem Projekt mitmachen. Zudem werden Leihinstrumenten zu sehr günstigen Preisen zur Verfügung gestellt. Mittelfristig hat sie es sich zum Ziel gemacht, ein Ensemble aufzubauen, das auch an Musikevents teilnehmen könnte.

Wie an so vielen Stellen musste aufgrund der Corona-Pandemie zunächst eine Zwangspause eingelegt werden: Das Projekt hätte bereits im März beginnen sollen, nun ist der Start für nach den Sommerferien geplant.


Barbara Hendricks zeigte sich erfreut über Frau Seukens Einsatz: „Musikunterricht fördert nicht nur die Kreativität, sondern auch die motorischen und kognitiven Fähigkeiten sowie soziale Kompetenzen. Deshalb ist es bedauerlich, dass die Möglichkeit zum Erlernen eines Instruments nicht jedem Kind zur Verfügung steht. Frau Seuken füllt mit ihrem Projekt nun diese Lücke und hat dabei meine volle Unterstützung.“