Die Auszubildenden von heute sind unsere Fachkräfte von morgen. Deshalb sollen möglichst alle jungen Menschen eine Ausbildung beginnen und auch erfolgreich abschließen können – auch in Krisenzeiten. Doch viele – insbesondere kleine und mittelständische – Unternehmen zweifeln, ob sie ihre Ausbildungsplätze halten können. Andere schicken Auszubildende in Kurzarbeit, um Kosten zu senken. Im schlimmsten Falle muss die Ausbildung woanders weitergeführt werden. Deshalb unterstützt die Bundesregierung im Rahmen des Konjunkturpakets von der Corona-Krise besonders betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU), wenn sie Auszubildende halten oder neu aufnehmen. Jetzt liegen Eckpunkte für ein Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ vor.

Eckpunkte Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ wollen wir Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen in dieser wirtschaftlich schwierigen Situation unterstützen und motivieren, ihr Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten und jungen Menschen die Fortführung und den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung zu ermöglichen. Ziel ist es Ausbildungsplätze zu erhalten und Kurzarbeit für Auszubildende zu vermeiden. Wichtig ist auch, Auszubildenden einen Abschluss zu ermöglichen – mit der Möglichkeit von Auftrags- oder Verbundausbildung und Anreizen zur Übernahme im Falle einer Insolvenz. Die Förderung richtet sich an KMU mit bis zu 249 Beschäftigten und läuft – mit Ausnahme der Förderung einer Auftrags- oder Verbundausbildung – über die Arbeitsagentur vor Ort.

  • Wer weiter ausbildet – oder sogar noch mehr – erhält eine Ausbildungsprämie
Kleine und mittlere Unternehmen, die von COVID-19 in besonders betroffen sind, können eine Prämie von 2.000 Euro für jeden abgeschlossenen Ausbildungsvertrag beantragen. Diese Prämie wird nach Ende der Probezeit ausgezahlt, wenn das Ausbildungsangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten worden ist. Wer das Angebot so-gar erhöht, bekommt für jeden zusätzlichen Ausbildungsvertrag 3.000 Euro. Als von COVID-19 in besonderem Maße betroffen gelten Unternehmen, die in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt haben oder deren Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist.
  • Es lohnt sich, Auszubildende nicht in Kurzarbeit zu schicken
KMU, die ihre Auszubildenden trotz der COVID19-Belastungen weiter ausbilden, bekommen einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung, wenn sie weder Azubis noch Ausbildende in Kurzarbeit schicken, obwohl ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb zu verzeichnen ist. Sie bekommen dann 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem das Unternehmen durch Corona-Folgen in Schwierigkeiten steckt. Diese Förderung ist befristet bis Ende des Jahres.
  • Mit Auftrags- und Verbundausbildung lässt sich ein Abbruch vermeiden
Sollte es soweit kommen, dass ein kleines oder mittelständisches Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Lage die Ausbildung im Betrieb zeitweise nicht fortsetzen kann, wird eine Verbund- oder Auftragsausbildung, die in die Bresche springt, vorübergehend gefördert: Die Auszubildenden behalten den Ausbildungsvertrag im Betrieb, aber Teile der Aus-bildung finden vorübergehend in überbetrieblichen Bildungsstätten oder bei Bildungsdienstleistern statt. Die Einzelheiten der Förderung sollen - wie es der Koalitionsausschuss beschlossen hat - zunächst im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung erörtert werden.
  • Wer Auszubildende übernimmt, deren Betrieb insolvent ist, kriegt eine Prämie
Kleine und mittelständische Betriebe, die zusätzlich Auszubildende übernehmen, die wegen der pandemiebedingten Insolvenz ihres bisherigen Ausbildungsbetriebs die Ausbildung nicht fortsetzen können, bekommen eine Übernahmeprämie: Wer bis zum 31. Dezember 2020 Auszubildende aus einem anderen, insolventen KMU für die restliche Ausbildung übernimmt, bekommt eine einmalige Prämie in Höhe von 3.000 Euro pro übernommenen Auszubildenden.