Trockenheit und Schädlinge gefährden die deutschen Wälder, auch bei uns im Kreis Kleve ist die Wiederstandfähigkeit der Bäume geschwächt. Deshalb hat die Bundesregierung im Konjunkturpaket 700 Millionen Euro für Waldhilfen vorgesehen.

Private und kommunale Forstbetriebe sollen demnach einen Ausgleich von bis zu 200.000 Euro für Bestand- und Einnahmeverluste erhalten, die von Dürren, Borkenkäfern und Stürmen verursacht wurden. Der SPD-Bundestagsfraktion war wichtig, dass dieses Geld möglichst unbürokratisch und bei einer Vielzahl der Waldeigentümer ankommt. Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen müssen deshalb ihre Verluste im Einzelfall nicht nachweisen. Basierend auf Berechnungen eines unabhängigen Institutes wird den Waldeigentümern eine Flächenprämie von 100 bzw. 120 Euro pro Hektar ausgezahlt. Anträge können ab dem 21. November 2020 unter www.bundeswaldpraemie.de gestellt werden.

Zusätzlich sollen zwei Investitionsprogramme für Wald und Holz in Höhe von jeweils 50 Millionen Euro Forstbetriebe, forstliche Dienstleistungsunternehmen und Unternehmen aus der Holzwirtschaft unterstützen. Mit den Investitionszuschüssen soll eine Modernisierung der Betriebe gefördert werden und der Zugang zu digitalen Anwendungen und moderner Technik erleichtert werden.

Weitere 100 Millionen Euro werden für die Förderung des klimafreundlichen Bauens mit Holz bereitgestellt. Die Bundesregierung erhofft sich dadurch die Entwicklung, Einführung und Verbreitung von innovativen Technologien, die den Holzbau für das mehrgeschossige Bauen etablieren.

Der Zustand unserer Wälder ist besorgniserregend. Schätzungen gehen von 177 Millionen Kubikmeter Schadholz bis zum Ende des Jahres aus. 284.000 Hektar, eine Fläche größer als das Saarland muss wieder bewaldet werden. Die Beseitigung von Waldschäden, die Wiederbewaldung und der Waldumbau sind kostspielig, aber unabkömmlich. Diese großen Aufgaben wollen wir durch die Waldhilfe gemeinsam mit den Waldbesitzenden lösen, auch um die Wälder im Kreis Kleve nachhaltig zu bewirtschaften.