Kurz vor der Sommerpause hat der Deutsche Bundestag zum Schutz der Insekten ein Gesetz zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes beschlossen. Um die Lebensbedingungen von Insekten zu verbessern, sieht das Gesetz die Aufnahme von Streuobstwiesen, artenreichem Grünland, Steinriegeln und Trockenmauern in den Kreis der gesetzlich geschützten Biotope vor. Der Einsatz von Insektenfallen wird beschränkt. Außerdem dürfen bestimmte Schädlingsbekämpfungsmittel (Biozide) in Schutzgebieten nicht eingesetzt werden. So ist es künftig verboten, Pflanzenschutzmittel in Naturschutzgebieten und Nationalparks anzuwenden. Außerdem ist ein Mindestabstand von fünf Metern zu Gewässern vorgeschrieben, wenn Pflanzenschutzmittel auf Flächen gespritzt werden.

„In Deutschland leben rund 33.000 verschiedene Insektenarten. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass hierzulande die Insektenpopulationen immer stärker abnehmen. Insekten wie beispielsweise Bienen und Hummeln kommt jedoch eine bedeutende Rolle in den Ökosystemen zu: Sie stehen am Anfang der Nahrungskette und sorgen durch Bestäubung dafür, dass Pflanzen befruchtet und Samen ausbildet werden können. Zudem leisten sie einen wichtigen wirtschaftlichen Beitrag zur Bestäubung von Nutzpflanzen“, so die Kreis Klever SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Umweltministerin Barbara Hendricks.

Weil mehr als die Hälfte der Insekten nachtaktiv ist, wird künftig in Schutzgebieten der Neubau von Straßenbeleuchtungen sowie von leuchtenden Werbeanlagen verboten. Freiwillige Vereinbarungen zwischen Umweltverbänden und Landwirtinnen sowie Ausgleichszahlungen für Landwirte bei bestimmten Bewirtschaftungsauflagen (sog. Erschwernisausgleich) können weiterhin durch die Länder geregelt werden.
Zum Insektenschutz kann jeder etwas beitragen. Anregungen und Tipps finden Sie unter:

https://www.bmu.de/insektenschutz/